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Die Bibliothek der Alten

Ein Generationen übergreifendes Projekt, 2000–2105

 

 

Anlässlich der Ausstellung „Das Gedächtnis der Kunst. Geschichte und Erinnerung in der Kunst der Gegenwart" (2000/ 2001) suchte das historische museum gemeinsam mit der Künstlerin Sigrid Sigurdsson Autorinnen und Autoren, die mit der Geschichte der Stadt Frankfurt am Main verbunden sind. Die Teilnehmer –  65 über 50 Jahre sowie 35 unter 50 Jahre  –  sollten einen biografischen, historischen oder wissenschaftlichen Rückblick auf das vergangene Jahrhundert darstellen.


Über 70 Beiträge sind mittlerweile in der "Bibliothek der Alten" für die Öffentlichkeit zugänglich. Es werden weder inhaltliche noch formale Auflagen gemacht; die Autoren können mit ihren Beiträgen entweder Kassetten oder Bücher gestalten.

 

Diese können z. B. mit historischen oder biografischen Betrachtungen, mit Tagebüchern oder Briefwechseln, mit Zeichnungen, Protokollen oder wissenschaftlichen Beiträgen und Forschungsarbeiten gefüllt werden oder Fotos, Tonbänder und Filme enthalten. Ein ausgelegter Plan informiert über die bereits eingegangenen Beiträge. Bücher können direkt von der Aufsicht am Platz zur Einsicht vorgelegt werden, eine Kassette nach Voranmeldung. Zudem kann man sich anhand einer alphabetischen Übersicht über alle Autorinnen und Autoren näher informieren und auf einem Monitor Interviews und Filme abrufen.


Die jüngeren Teilnehmer haben bis zu 50 Jahre Zeit, um „in die Zukunft” hinein zu schreiben und das 21. Jahrhundert zu reflektieren. Bis zum Jahr 2055 soll jedes Jahr ein weiterer Autor oder eine weitere Autorin dazukommen, so dass die Bibliothek der Alten am Ende aus 150 Beiträgen bestehen wird. Sollte der letzte Autor 2055 unter 50 Jahre alt sein, so könnte dieses Projekt mit seiner Abgabe nach 50 Jahren im Jahr 2105 abgeschlossen sein und dabei einen Zeitraum von mehr als zweihundert Jahren erinnerter Geschichte umfassen.


Ziel des Projekts ist es, die Geschichte der Stadt Frankfurt am Main aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennen zu lernen und kommenden Generationen die Möglichkeit zu geben, sich mit den Erinnerungen und Berichten der Älteren auseinander zu setzen. Wie die Erfahrung zeigt, kann solch eine Bibliothek, in der die Bürger aktiv an einem Erinnerungsprozess teilnehmen, oftmals der Auslöser weiterführender Diskussionen und Prozesse sein, die den Umgang einer Stadt mit ihrer eigenen Geschichte nachhaltig beeinflussen.


Die seit Eröffnung der Bibliothek der Alten Ende 2004 durchgeführten Gespräche in der Ausstellung mit einzelnen Autorinnen und Autoren werden auch weiterhin stattfinden. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die eigene Lebensgeschichte, insbesondere aber das in der Kassette oder Buch ausgeführte spezielle Thema. Eine Vitrine präsentiert zusätzliche persönliche Dokumente und Fotografien.

Galerie Thumb Nr 0
Galerie Thumb Nr 1
Galerie Thumb Nr 2
Galerie Thumb Nr 3
Galerie Thumb Nr 4
Galerie Thumb Nr 5
Workshop 2014 in der Bibliothek der Alten, Foto: Petra Welzel, © hmf

Workshop 2014 in der Bibliothek der Alten, Foto: Petra Welzel, © hmf

 

Einblick in die Bibliothek der Alten

 

Jeden Dienstag von 14 bis 17 Uhr sind die Mitarbeiter/innen der Bibliothek der Alten vor Ort. Interessierte Besucher/innen können dann ohne Voranmeldung Kassetten und Bücher einsehen.

 

Die Namen der Mitarbeiter/innen sind hier zu finden.

 

Jeden Dienstag um 14.30 Uhr findet eine Kurzführung zu einer ausgewählten Kassette statt. Die Dauer der Präsentation beträgt rund 30 Minuten.