D E
A A

 





Die Ausstellung Frankfurter Sammler und Stifter

 

Insgesamt 12 Sammler und Stifter werden in der Dauerausstellung vor­ge­stellt. Im Obergeschoss des Saalhofs zeigen wir in Ergänzung zu den zwölf Sammlern in regelmäßigen Abständen eine weitere, mu­se­ums­ei­ge­ne oder private Sammlung - eine 13. Sammlung.

Für die jüngeren Be­su­cher führt eine Kinderspur durch die Aus­stel­lung, die spannend und wissenswert über das Sammeln informiert.

 

 

Sammlung Barckhaus & Glock

Zwei wertvolle Sammlermöbel stehen am Anfang, denn in Ka­bi­nett­schrän­ken sammelten und zeigten Bürger des 18. Jahrhunderts ihre Schätze: Der barocke Kunstkammerschrank von Heinrich Bernhard und Catharina Elisabeth von Barckhaus gelangte 1752 als Stiftung in die Stadtbibliothek, mitsamt den gedrechselten Elfenbeinskulpturen, ver­zier­ten Muscheln und Korallen, Wachsmalereien, Kruzifixen. Ebenfalls prä­sentiert wird das Münzkabinett des Anton Philipp Glock (1696-1721) mit 3.296 griechischen und römischen Münzen. Es wurde 1749 von seiner Witwe (Catharina von Barckhaus) der Stadtbibliothek gestiftet. Mehr

 

 

Der Barckhaus'sche Kunstschrank, 17./18. Jahrhundert, Inv.-Nr. X9495 (c) hmf, Foto: U. Dettmar

Sammlung Waldschmidt

Die Frankfurter Stadtbibliothek wurde am Ende des 17. Jahrhunderts öffentlich zugänglich und erhielt mit dem Juristen und Privatsammler Johann Martin Waldschmidt den ersten hauptamtlichen Bibliothekar.
Die Bibliothek sammelte nicht nur Bücher, sondern auch Porträts ver­dien­ter Bürger, Pfarrer und Gelehrter, Büsten und Münzen römischer Kaiser, wertvolle Globen und wissenschaftliche Instrumente, antike Bodenfunde aus dem städtischen Territorium, Blasinstrumente der städtischen Ka­pell­musik des 16. Jahrhunderts und wertvolle Geschenke an den Rat - wie z.B. das „Englische Monument“, ein Prunkpokal in Form einer Säule, den englische Religionsflüchtlinge 1557 hinterlassen hatten. Mehr

 

 

Hermann Boss, Porträt des ersten Stadtbibliothekars Johann Martin Waldschmidt, Öl auf Leinwand, um 1700, Inv.-Nr. B208 (c) hmf

Sammlung Dalberg

Die vom Fürstprimas des Rheinbundes, Carl Theodor von Dalberg, angekauften Tafelgemälde des 15. und 16. Jahrhunderts aus Frankfurter Kirchen wurden zum Grundstock der 1808 von Bürgern gegründeten Museumsgesellschaft. Dalberg beließ es aber nicht dabei, sondern schenk­te auch zahlreiche Werke zeitgenössischer Frankfurter Künstler wie Christian Georg Schütz d.J., Anton Radl, Johann Philipp Ulbricht oder Ursula Magdalena Reinheimer. So entstand ein eindrucksvoller Spannungsbogen über vier Jahrhunderte Frankfurter Malerei. Mehr

 

 

Joseph Chabord, Selbstbildnis mit der Büste des Fürstprimas Dalberg, Öl auf Leinwand, 1810, Inv.-Nr. B0353 (c) hmf, Foto: H. Ziegenfusz

Sammlung Daems

Eine über 200 Gemälde umfassende Sammlung des Handelsmannes Johann Georg Christian Daems, die er 1845 der Stadt vermachte: Der überwiegende Teil der Gemälde stammt von der Hand holländischer, flämischer und Frankfurter Künstler des 16. bis 19. Jahrhunderts, da­run­ter zahlreiche Meisterwerke, z.B. eine surinamische Land­schafts­dar­stel­lung des Frans Post (1612-1680). In Daems’ Sammlerzimmer können Sie sehen, wie die dichte „Petersburger“ Hängung einer Gemäldesammlung ausgesehen hat. Mehr

 

 

Blick in die Sammlung Daems mit historischer Petersburger Hängung in der Dauerausstellung "Frankfurter Sammler und Stifter" (c) hmf, Foto: P. Welzel

Sammlung Fellner

Die Waffensammlung des Frankfurter Bürgers Christian Alexander Fellner (1800-1883) wurde im Zuge seiner geplanten Präsentation in der neuen Dauerausstellung „Frankfurter Sammler und Stifter” umfassend gesichtet und einer umfangreichen Restaurierung unterzogen. Der gesamte Bestand der Sammlung Fellner ist in der neuen Dauerausstellung in den historischen Altbauten gezeigt. Mehr

 

 

Jagd-Armbrust des 17. Jahrhunderts aus der Sammlung Fellner, Inv.-Nr. X9094 (c) hmf, Foto: U. Dettmar

 

Sammlung Roessler

Unter der Leitung Roesslers wurde 1840 die neue Frankfurter Münze eröffnet. Deren Prägewerkzeuge sind noch vorhanden. Privat betrieb Roessler eine Scheideanstalt. Nach 1873 stellte die Firma das Schmelz­gut für die Münzen des Deutschen Reiches her. Die daraus entstehende DEGUSSA legte in der Folge eine komplette deutsche Münzsammlung an. Die Sammlung gelangte 2003 als Dauerleihgabe in das historische museum frankfurt und wird ab Mitte August 2012 in einem um­schlos­se­nen Kabinettsraum im Rahmen der Frankfurter Sammler und Stifter zu sehen sein. Mehr

 

 

Goldbarren der Degussa zu 10 Gramm (c) hmf

Sammlung Gerning

Schmetterlinge waren die Leidenschaft des Frankfurter Bankiers Johann Christian Gerning. Seine Sammlung von 50.000 Exemplare waren im späten 18. Jahrhundert eine Institution unter den europäischen En­to­mo­lo­gen. Sie gelangte schließlich in das Museum Wiesbaden. Gerning trug in seinem Haus in der Frankfurter Schnurgasse, später am Roßmarkt, aber auch eine umfangreiche Sammlung an Graphiken über Frankfurt zu­sam­men, die 1805 in die Stadtbibliothek gelangten. Mehr

 


Seite aus den „Papillons d’Europe, peint d’après nature“ (Schmetterlingsbücher) von Jacques Louis Florentin Engramelle, 8 Bde., Paris 1779-1793, Inv.-Nr. Bibl.2009.5143.Lg (c) hmf, Foto: U. Dettmar

Sammlung Rüppell

Die Sammlungen des Forschungsreisenden Eduard Rüppell  bilden  die Grundlage der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt. Über die Stadtbibliothek hat er die Grundlagen weiterer Mu­se­ums­samm­lun­gen gelegt: des historischen museums, des Liebieghauses und des Museums der Weltkulturen. Er unternahm mehrere For­schungs­rei­sen und machte in Nubien, Äthiopien und beidseits des Roten Meeres zahlreiche Entdeckungen! Mehr

 

 

Forskal aus dem Roten Meer, von Eduard Rüppell gefangen 1834, heute im Senckenberg Naturmuseum (c) hmf, Foto: W. Cilleßen

Sammlung Prehn

Der Konditormeister Johann Valentin Prehn versammelte seinen privaten „Kosmos” in Gestalt einer privaten Kunst- und Wunderkammer in seinem Wohn- und Geschäftshaus auf der Zeil. Im Mittelpunkt standen über 800 Miniaturgemälde - das „Kleine Gemäldekabinett”, das er in 32 Holzladen kunstvoll anordnete. Die vergoldeten Rähmchen seiner Bilder stellte der Sammler selbst her: Dabei verwendete er das Ver­dickungs­mit­tel „Tragant”, das der Konditor auch für seine kunstvollen Konfekt-Kreationen und Tafeldekorationen brauchte. Mehr

 

 

Georg Flegel / S. Graf, geb. Merian (zugeschrieben), Mehrere Insekten, Öl auf Kupfer, aus der Sammlung Prehn (c) hmf, Foto: H. Ziegenfusz

Sammlung Kratz

Der Fabrikant Wilhelm Kratz spezialisierte sich auf Frankfurter Fayencen des 17. und 18. Jahrhunderts. Der leidenschaftliche Sammler hatte sie über Jahrzehnte hinweg mit großer Kennerschaft zu­sam­men­ge­tra­gen. Seine Sammlung war mit 800 erstklassigen Exemplaren schließ­lich besser als die der großen Frankfurter Museen. Nachdem die Sammlung des historischen museums im Krieg zerstört worden war, erwarb die Stadt 1952 die Sammlung Kratz. Erstmals kann sie in ihrer überwältigenden Fülle präsentiert werden. Mehr

 

 

Blick in die Fayence-Sammlung Kratz in der Dauerausstellung "Frankfurter Sammler und Stifter" (c) hmf, Foto: P. Welzel

Sammlung Heyman

Julius Heyman war ein wohlhabender Bankier und Sammler. Er legte eine umfangreiche Kunst-, Möbel-, Gemälde- und Skulpturensammlung in seinem Privathaus an. Darin befanden sich Zimmer im Stil der Gotik, der rheinischen Renaissance und im Louis XVI-Stil. Die Übertragung an die Stadt erfolgte 1925, dennoch schloss die Stadt das Museum dieses jüdischen Bürgers im Jahr 1938 und teilte die Sammlung unter den städtischen Museen auf, teils wurde sie verkauft. Die Ausstellung re­kon­stru­iert die Überreste der Sammlung. Mehr

 

 

Blick in die Sammlung Heyman in der Dauerausstellung "Frankfurter Sammler und Stifter" (c) hmf, Foto: P. Welzel

Sammlung Morgenstern

Viele Künstler sammeln - sei es aus reiner Leidenschaft, als Ausdruck der Verehrung anderer Künstler, als ästhetisches Manifest oder aus Gründen des gesellschaftlichen Prestiges - Kunstwerke aller Art. So be­saß­en auch die Maler Johann Ludwig Ernst Morgenstern (1738-1819), sein Sohn Johann Friedrich Morgenstern (1777-1844) und sein Enkel Carl Morgenstern (1811-1893) eine umfangereiche Kunstsammlung.
Darüber hinaus barg sie noch eine besondere Attraktion:
„Das Morgenstern'sche Miniaturcabinet”. Mehr

 


Partner der Ausstellung

 

Aventis Foundation (Kinderspur und Kinderkatalog),  Bankhaus Metzler (Kommunikation), Ernst Max von Grunelius-Stiftung (Begleitbuch und Sammlung Fellner), Cronstetten-Stiftung (Sammlungen Dalberg und Gerning),  Dr. Marschner-Stiftung (Sammlungen Prehn und Daems), Evonik-Degussa (Sammlung Roessler), die 1822-Stiftung (Sammlung Kratz), Kuratorium Kulturelles Frankfurt (Sammlung Waldschmidt), Georg und Franziska Speyersche Hochschulstiftung (Sammlung Heyman), Stiftung Polytechnische Gesellschaft (Sammlung Rüppel), Kuratorium des Historischen Museums (Sammlung Glock-Barckhaus), Historisch-Archäologische Gesellschaft (Sammlung Morgenstern).